Fahrradparken – wo ist es am sichersten?

Fahrradparken – wo ist es am sichersten?

Fahrradparken – wo ist es am sichersten?

Jeden Tag werden in Deutschland 1.000 Fahrräder gestohlen. Manche Fahrradbesitzer sind so besorgt, dass sie mittlerweile ihr Fahrrad Nachts mit in die Wohnung nehmen. Besonders prägnant ist die Lage in den Ballungsgebieten – hier ist der Fahrradklau ein Massendelikt, dass bagatellisiert wird. WunderAgent hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, wie viele Immobilienbesitzer ihren Mietern die Möglichkeit geben Ihr Fahrrad sicher unterzubringen.

Das Thema “Fahrradparken” steht nicht nur im Fokus unseres Artikels, sondern auch der Fahrradbesitzer selbst. Statt morgens im Stau zu stecken oder sich in Bus und Bahn zu drängeln, greifen die Deutschen lieber zu ihrem Fahrrad. 2014 wurden rund 4,1 Millionen Fahrräder verkauft. Das sind 300.000 mehr als im Vorjahr.  Mountainbiker, Holland- und Rennradfahrer erobern nicht nur die Hauptstadt, das Geschäft rund um die ökologisch korrekte Fortbewegung boomt. Die Deutschen lassen sich ihr Hobby immer mehr kosten, denn Radfahren ist hipp. Diese Entwicklung spiegelt sich auch beim Umsatz im Fahrradhandel wieder. Doch was dem einen Freud ist, ist dem anderen Leid. Denn die Liebe der Deutschen zu ihrem Fahrrad macht es natürlich auch attraktiver für Diebe. Im Schnitt verschwindet hierzulande alle 90 Sekunden ein Fahrrad.

Laut Kriminalstatistik Berlin wurde 2014 der höchste Stand seit 10 Jahren erreicht.  Mehr als 26.000 Fahrraddiebstähle wurden allein im vergangenen Jahr in Berlin gemeldet, das sind pro Tag 72. Gründe für diese Entwicklung liegen laut Kripo im ungebrochen Stellenwert des Fahrrads als urbanes Verkehrsmittel.  Die Wächter des Rechts scheinen hier fast machtlos zu sein. Doch die Bürger kapitulieren nicht. Resultat dieser Misere ist: Viele Mieter nehmen ihr Fahrrad mit in die Wohnung.

Denn auch ein Fahrradkeller im Haus bedeutet noch nicht, dass Ihr Eigentum vor dem Diebstahl sicher ist. Jeden Tag gibt es vereinzelte Meldungen über Kellerdiebstähle. Manche Fahrradkeller werden noch nicht einmal aufgebrochen – die eigenen Nachbarn können plötzlich zu Dieben werden. Das passiert all zuoft in Hochhäusern, wo die Mieter sich gegenseitig nicht kennen. Hinzu kommt, dass teilweise die Mieter den Fahrradkeller einfach nicht abschließen, also ist dieser für jeden zugänglich und Diebe können sich noch leichter bedienen.

Wo kann man sein Fahrrad aber denn jetzt wirklich noch sicher abstellen? Im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Fahrradständer vor dem Haus, gibt es immer öfter die Möglichkeit, einen Platz in einer Fahrradbox zu kaufen bzw. zu mieten. Und das aus einem guten Grund. Ein teures Fahrrad auf der Straße ist verlockend und bringt unerwünschte Aufmerksamkeit mit sich.

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Um dem entgegenzuwirken, nehmen immer mehr Hauptstädter ihr Fahrrad mit in die eigenen vier Wände. Das ist nicht nur “in”, sondern kann auch noch praktisch und stylisch sein. Denn wer sein Fahrrad liebt, der schleppt es notfalls auch in den dritten Stock, oder den Vierten. Nur dort ist es trocken und diebstahlsicher untergebracht. Wohnungseinbrüche nur wegen einem Fahrrad sind rar, die Gefahr geschnappt zu werden ist dabei viel zu groß. Und ein hängendes Fahrrad im Wohnzimmer zählt heutzutage als hippes Interior in den eigenen vier Wänden. Auf speziellen Fahrradregalen oder Anbringungen sieht es richtig schick aus und eignet sich bestens als Deko.

Doch es geht auch wesentlich komfortabler. Verschiedene Varianten werden derzeit im Neubau und bei der Sanierung erprobt. Das Unternehmen hat mit seinem Konzept “Bike-Living” in Berlin den 3. Platz beim Wettbewerb “Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft” belegt.  Veranstaltet wurde das diesjährige Event von dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management. Der Hauptfokus lag dabei auf Unternehmen, die ihre Mieter durch verschiedene Angebote zum Radfahren motivieren bzw. sie bei der täglichen Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel direkt oder indirekt unterstützen. So haben die Mieter auf der Turmstraße in Berlin die Möglichkeit, ihr Fahrrad mittels eines separaten Aufzugs in ihre Wohnungen zu bringen. Die Mieter am Nöldnerplatz in Berlin können ihre Räder auf den extra angelegten Balkon stellen. Was früher eher hässlich wirkte und schnell als Abstellkammer deklariert wurde, nennt man heute hippes Fahrradloft.

Das ist aber eher eine Ausnahme. Die Berliner Hausverwaltungen hinken hinterher.  Um dem Drahtesel-Chaos in Hof und Keller vorzubeugen und für die Mieter weiterhin attraktiv zu sein, müssen sie nach kreativen Lösungen suchen. Denn der Trend geht immer mehr zu Fahrrädern und vor allem zu den E-Bikes, und die könne man nicht einfach im Hof abstellen.

Wann sich die Bedingungen für Mieter mit Fahrrädern verbessern werden, bleibt unklar. Bis dahin hält der Treppenhaussport  weiterhin Einzug bei den Berlinern.

Umfrage: https://docs.google.com/a/wunderagent.com/forms/d/1r99pOUYwI6dEGULvY9h3PYeXyM-itTWqdHQaxxNUaeQ/viewform


WunderAgent
ist auf die Straßen gegangen, um herauszufinden, welche Maßnahmen die Berliner nutzen, um einen Diebstahl ihres geliebtem Drahtesels zu vermeiden:

Jean-Pier N. wohnt im Westen und ist meistens mit dem Auto unterwegs. Doch wenn es um sein Fahrrad geht? “Die Garage ist der richtige Ort dafür. Keiner meiner Nachbarn lässt sein Fahrrad auf der Straße stehen” – sagt er lachend. – “Als ich Student war, habe ich mein Fahrrad immer in der Wohnung gelassen”.

Auch Kerstin A. (40) hält die Berliner Straßen für zu unsicher : “Ich parke mein Fahrrad in der Tiefgarage, ansonsten vor dem Büro am Bügel.” Auf die Frage, ob ihr schon mal ein Fahrrad geklaut wurde, grinst sie und antwortet: “Ja, vor kurzem!” Glücklicherweise hatte sie eine Versicherung, die den Preis erstatten konnte.

Jeden Tag von Schöneberg zur Arbeit in die Mitte. Es gibt viele, wie Alexandra (41), die jeden Tag
beruflich durch die Stadt pendeln. Doch nicht jedem
wurde schon sieben mal das Fahrrad gestohlen. “Da wir keinen Fahrradkeller im Haus haben, stelle ich mein Fahrrad im Innenhof ab. Und wenn ich arbeite, in der Garage. Das hat in der Vergangenheit leider trotzdem nicht geholfen.”

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