Prämie für Kreditnehmer?

Prämie für Kreditnehmer?

Prämie für Kreditnehmer?

Wer sich Geld leiht, muss dafür Zinsen zahlen. So war es zumindest bisher. Doch nun scheint sich auch dies zu ändern. Denn der Vorstandsvorsitzende der KFW-Bank, Dr. Günther Bräunig, äußerte sich jetzt gegenüber den Medien, dass er zukünftig Kredite – zum Beispiel zur Baufinanzierung – nicht mehr ausschließe.

Wie es zu „Negativzinsen“ kommt

Im Rahmen ihrer Geldpolitik verlangt die Europäische Zentralbank (EZB) von den Banken für ihre Einlagen eine Art „Parkgebühr“ von derzeit 0,5 %. Diese Kosten wurden bisher an zumindest an Bankkunden weitergegeben, die hohe Einlagen bei den Kreditinstituten haben. Um den „kleinen Mann“ vor dieser Gebühr zu schützen, wird derzeit geprüft, ob man gesetzlich verbieten soll, dass Vermögen bis zu einer gewissen Grenze mit solchen Gebühren belegt werden.

Der Weg, bei Krediten Negativzinsen einzuführen, geht in die umgekehrte Richtung. Für die Bank ist es – vereinfacht gesehen – derzeit letztlich gleichgültig, ob sie ihr Geld gegen Gebühren bei der EZB parkt oder dem Kreditnehmer einen entsprechenden „Rabatt“ einzuräumen.

KfW-Bank übernimmt Vorreiterrolle

Die staatliche Förderbank KfW ist nun mit ihren Vorstellungen an die Öffentlichkeit gegangen. Es ist danach durchaus möglich, dass die Bank beispielsweise für ökologische Immobiliensanierungen Kredite anbietet, bei denen der Kreditnehmer durch Negativzinsen „belohnt“ wird. Von Seite der KfW-Bank wird dies bereits für 2020 in Aussicht gestellt.

Geteiltes Echo

Während die Kreditnehmer den „Bonuszins“ begrüßen, reagieren die Banken eher skeptisch. Sie befürchten ernsthafte Konsequenzen für die Finanzwirtschaft in Deutschland. Letztlich ist es für die Banken der Sinn eines Kredites damit Geld zu verdienen. Da bereits jetzt für Spareinlagen so gut wie keine Zinsen oder sogar „Strafgebühren“ berechnet werden, würde sich das Finanzwesen grundlegend verändern. Die Folgen dieses Umkehrungsprozesses sind derzeit noch gar nicht absehbar.

IT bremst Geldgeschenk

Auf das „Geschenk“ bei einer Kreditaufnahme wird man jedoch noch etwas warten müssen. Der Grund hierfür ist banal: Weder bei der KfW-Bank noch bei den Banken, über die die privaten Kreditnehmer ihre KfW-Darlehen abwickeln müssen, verfügen über eine EDV, mit der Negativzinsen verarbeitet werden können. Die Programme für die Kreditvergabe müssen deshalb erst einmal angepasst werden. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Von Seiten der KfW-Bank wurde jedoch schon angekündigt, dass man in der Übergangszeit die Kredite an die Hausbanken der Darlehensnehmer für 0 % Zinsen vergeben will und die Kreditnehmer mit einem Zuschuss für die Geldaufnahme belohnen will.

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Zuerst erschienen auf: Hausblick – Miet- und Immobilienrecht (Prämie für Kreditnehmer?)

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