Schlechte Arbeit – gar kein Lohn

Schlechte Arbeit – gar kein Lohn

Schlechte Arbeit – gar kein Lohn

Wird ein Interessent vom Makler nur unzureichend über eine infrage kommende Immobilie informiert, weil die Arbeitsabläufe im Maklerbüro nur unzureichend organisiert oder strukturiert sind, kann er seinen Anspruch auf die Courtage (Vergütung für Makler) verlieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn die schlechte Information auch auf Leichtfertigkeit zurückzuführen ist. Dies hat das Oberlandesgericht Koblenz in einem Beschluss vom 02.05.2019 festgestellt (Aktenzeichen 2 U 1482/18).

Zusage ohne Hintergrundwissen

In dem Verfahren hatte ein Makler seinen Klienten verklagt, weil dieser die Courtage nicht zahlen wollte. Der Klient hatte über den Makler eine Eigentumswohnung gekauft. Der Wohnungskäufer hatte zuvor gegenüber dem Makler deutlich gemacht, dass für ihn nur ein Objekt infrage komme, bei dem er sowohl nach dem für die WEG festgelegten Abstimmungsmodus als auch nach der Zahl der Miteigentümer nicht überstimmt werden könne. Es stellte sich heraus, dass die entsprechende Zusage des Maklers und dessen Behauptungen, es gäbe lediglich einen weiteren Eigentümer und die Abstimmungen erfolgten nach Köpfen, nicht den Tatsachen entsprach. Der Makler hatte diese Behauptungen ohne weitere Recherche aufgestellt.

Weitere falsche Behauptungen

Hinzu kam, dass der Makler behauptet hatte, dass es noch Teilungserklärung gäbe. Auch dies stimmte nicht. Die Teilungserklärung lag dem Sohn des Maklers, der im Maklerbüro beschäftigt war, bereits vor, als das Gegenteil behauptet wurde. Der Sohn wusste auch, dass es nicht einen, sondern zwei weitere Miteigentümer gab.

Maklerbüro unzureichend organisiert

Das Oberlandesgericht hielt in seinem Beschluss fest, dass der Makler die Arbeitsabläufe in seinem Büro nur unzureichend organisiert hatte. Bei ordentlichen Organisations- und Informationsabläufen hätten die dem Sohn vorliegenden Informationen auch beim Vater vorliegen müssen. Der Makler selbst habe sich aber grob fehlerhaft verhalten, da er Auskünfte gegeben hatte, ohne die hierfür notwendigen Informationen zu haben. Dies führe dazu, dass der Makler seinen Anspruch auf die Courtage verwirkt habe.  Die Entscheidung des Landgerichts Mainz, gegen das der Makler Berufung eingelegt hatte, sei deshalb korrekt. Aufgrund des Beschlusses zog der Makler seine Berufung zurück.

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Zuerst erschienen auf: Hausblick – Miet- und Immobilienrecht (Schlechte Arbeit – gar kein Lohn)

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