Wieso Mieter sich von Maklern über den Tisch gezogen fühlen, und wie das Bestellerprinzip dies ändern kann

Wieso Mieter sich von Maklern über den Tisch gezogen fühlen, und wie das Bestellerprinzip dies ändern kann

Wieso Mieter sich von Maklern über den Tisch gezogen fühlen, und wie das Bestellerprinzip dies ändern kann

Seit Jahren zählt der Beruf des Immobilienmaklers zu den unbeliebtesten Berufen Deutschlands, und landet sogar bei Umfragen unter Menschen die in der Immobilienbranche tätig sind regelmäßig abgeschlagen auf dem letzten Platz. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen, die bei solchen Umfragen auf den hinteren Plätzen landen z.B. Journalisten, oder Fernfahrern, hat fast jeder einmal, meist bei der Suche nach einer Wohnung, mit Maklern zu tun gehabt. Somit kann die Unbeliebtheit nicht wirklich darauf zurückgeführt werden, dass die Befragten den Beruf nie wirklich begutachten konnten, was ihre niedrige Bewertung einfach nur zur Folge eines Klischees machen würde. Stattdessen muss es etwas mit den von Maklern erbrachten Leistungen, oder eben nicht-Leistungen selbst zu tun.

Der Kern der negativen Beurteilung von Maklern scheint deren Preis zu sein, denn niemand bezahlt gerne, wenn die dafür erbrachte Leistung nicht mit der Höhe der Bezahlung in Relation zu stehen scheint. Wenn man das gängige Klischee, das ja leider bei solchen Umfragen oft als erstes heran gezogen wird, eines Maklers bemüht, so macht dieser außer einer Inserierung im Internet und einer mehr schlecht als recht veranstalteten Massenbesichtigung herzlich wenig, und kassiert dafür eine drei bis vierstellige Provision. In anderen Worten Abzocke. Wie jedes Klischee ist auch dieses nicht die alleinige Wahrheit, aber bei näherer Betrachtung auch nicht komplett an den Haaren herbei gezogen.

Das Einordnen in die Kategorie „ungerechtfertigt“ des Makler Preises beginnt damit, dass der Mieter bislang für die Courtage des Maklers aufkommen musste obwohl er diesen nie beauftragt hat. Aus Unerfahren- oder Unwissenheit zu viel für etwas bezahlen ist das eine, aus Zwang eine hohe Zahlung tätigen zu müssen etwas ganz anderes. Großes Ärgernis aus Mietersicht ist somit, dass die Höhe der anfallenden Provision nicht verhandelt werden kann. All das wäre für die meisten wohl aber noch zu verschmerzen, wenn es sich nicht dadurch bestärkt werden würde, dass sie ihrem Gefühl nach für die Kosten keine angemessenes Leistung erhalten. Vor allem in Ballungsgebieten ist dies aber oft der Fall. Zugegebenermaßen haben Makler den Nachteil, dass vieles von dem was sie tun für die Mieter verborgen bleibt, es wird nicht gesehen wie eine Wohnung vermessen wird, bei Ämtern Informationen zum Energieverbrauch des Gebäudes eingeholt beziehungsweise die Exposees erstellt werden. Als Folge müssten Makler bei den Aspekten welche die Mieter vor Augen haben umso professioneller und qualitativ hochwertiger agieren.  Stattdessen wird von vielen, in Städten in denen sich für fast jede Wohnung ein zahlungswilliger Kunde finden lässt, bei Massenbesichtigungen keinerlei Interesse daran gezeigt die Mieter wahrheitsgemäß über die Immobilie zu informieren.

Bei dem geringen Pensum und den relativ einfachen Tätigkeiten welche die Immobiliensuchenden zu sehen bekommen, wundert es diese kaum dass es keinerlei Ausbildung oder Zertifizierung bedarf um als Makler tätig sein zu dürfen. Dieser Mangel an Qualitätsichernden Aspekten ist einer der Hauptgründe für die vielen schwarzen Schafe unter der Maklerherde, welche die ganze Gruppe unbeliebt machen. Auch der Immobilienverband IVD hat das erkannt, weswegen er sich seit Jahren für eine Zertifizierung einsetzt und für die Mitglieder selbst auferlegte Richtlinien gelten. Leider ist das vielen Mietern nicht bekannt, wodurch das Image der IVD Makler unter dem mangelnden Berufsverständnis ihrer Kollegen leidet.

Paradoxerweise kann gerade das mit dem ersten Juni in Kraft tretende Bestellerprinzip nicht nur für Mieter etwas gutes haben, sondern auch den ehrlich und gut arbeitenden Makler aus ihrem Dilemma helfen. Ab dem 01. Juni 2015 muss der Besteller, also meist der Vermieter, selbst für die Maklerprovision aufkommen. Der Vermieter wird sich also genau überlegen welchen Makler und zu welchem Preis er den Auftrag erteilt. Es entsteht also eine erhöhte Konkurrenzsituation, bei der der Vermieter freie Wahl hat. Sollte es also weiterhin Makler geben, die für ihre Provision keine angemessene Gegenleistung erbringen, werden diese bald auf natürlichem Wege aus dem Markt verdrängt. Das kann dazu führen, dass für die verbleibenden guten Makler mit einer transparenten Leistungsdarstellung und effizienten neuartigen Konzepten mehr Aufträge anfallen. Dies sind optimale Vorraussetzungen für ein Wandel der öffentlichen Meinung der Branche zum Besseren. Wir wünschen den Maklern dabei viel Erfolg!

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