Zweckentfremdungsverbotsgesetz, Untervermietung und Steuer: Was Sie in Zukunft beachten müssen

Zweckentfremdungsverbotsgesetz, Untervermietung und Steuer: Was Sie in Zukunft beachten müssen

Zweckentfremdungsverbotsgesetz, Untervermietung und Steuer: Was Sie in Zukunft beachten müssen

Am 1. Mai diesen Jahres ist es in Kraft getreten: das neue, verschärfte Gesetz zum Zweckentfremdungsverbot der Stadt Berlin. Das bedeutet, dass die Regelungen bezüglich zweckentfremdeter, zum Beispiel leer stehender, Wohnungen deutlich strikter wurden. Bei Verstößen gegen diese Regelungen ist nun auch mit deutlich höheren Bußgeldern als zuvor zu rechnen.

Dies hört sich zunächst eher negativ an. Mit dem neuen Gesetz wird allerdings das Home Sharing in Berlin nun ausdrücklich anerkannt. Was die neuen Regeln im Konkreten für Home Sharer bedeuten, hat AirBnB hier treffend und ausgiebig erklärt.

Erfahren Sie in unserem folgenden Blogbeitrag das Wichtigste dazu in aller Kürze. Vor allem beschäftigen wir uns mit der Frage, wer nach der Gesetzesänderung eine Genehmigung bei dem Berliner Bezirksamt beantragen muss und wer nicht.Desweiteren möchten wir Sie auf die Steuerfreigrenzen bei Untervermietungen aufmerksam machen und Ihnen die Regelungen hierzu näher bringen.

Darüber hinaus erhalten Sie zum Abschluss einen Überblick über das Thema Untervermietung im Zusammenhang mit Steuern.

 

Wer keine Genehmigung benötigt

Eine Genehmigung benötigen nicht alle Home Sharer. Aufatmen können Sie erstmal, wenn die folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie vermieten nur ein oder mehrere Zimmer in Ihrem Hauptwohnsitz und die vermietete Fläche macht weniger als 50% der Gesamtfläche der Wohnung aus.
  • Sie vermieten Ihren Haupt- oder Zweitwohnsitz langfristig.
  • Sie vermieten eine oder mehrere Ferienwohnungen oder Ferienzimmer, die baurechtlich als Gewerberaum qualifiziert sind, kurzfristig (das Zweckentfremdungsverbotsgesetz bezieht sich nur auf Wohnraum).

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Wer eine Genehmigung benötigt

So weit so gut, aber wer muss sich die Weitervermietung nun genehmigen lassen? Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie sich um eine Genehmigung bemühen:

  • Sie vermieten ein oder mehrere Zimmer in Ihrem Hauptwohnsitz. Die vermietete Fläche macht aber mehr als 50% der Gesamtfläche der Wohnung aus. Außerdem muss eine kurzzeitige Vermietung vorliegen. D.h. es handelt sich um Zeiträume von Tagen, oder Wochen. Außerdem muss beachtet werden, dass die Hauptwohnung weiterhin den Bedingungen der Hauptwohnung entspricht.
  • Das Gesetz setzt zum Erhalt der Genehmigung kein bestimmtes Tageslimit voraus. Die Anzahl der Tage, die die Wohnung im Jahr kurzzeitig vermietet werden darf, kann jedoch in der Genehmigung festgehalten werden.
  • Sie vermieten Ihre Zweitwohnung. Hier wird in der Regel nur eine Genehmigung für höchstens 90 Tage pro Jahr vergeben. Ausgeschlossen von einer Genehmigung sind Sie wenn Sie bereits einen Hauptwohnsitz oder eine weitere Nebenwohnung in Berlin haben.

 

Eine Genehmigung beantragen

Fragen Sie sich nun, wie Sie eine Genehmigung bekommen?

Sie erhalten diese bei Ihrem zuständigen Bezirksamt. Das dazugehörige Formular für den Antrag kann hier heruntergeladen, ausgefüllt und online eingereicht werden. Zu Ihrer Genehmigung erhalten Sie eine Registrierungsnummer. Diese ist insofern relevant, da Sie ab dem 1. August diesen Jahres bei Inseraten, z.B. auf AirBnB, mit angegeben werden muss.

 

Steuerfreigrenzen bei dauerhafter oder vorübergehender Untervermietung

Neben der Genehmigung einer temporären Untervermietung, sind die Steuerfreigrenzen, die mit dem Thema einhergehen sicherlich auch nicht uninteressant für Sie.

Sie können von der Besteuerung absehen, wenn Sie damit nicht über 520,00 Euro im Veranlagungszeitraum einnehmen.

Dies gilt sowohl für die vorübergehende Untervermietung von Teilen einer selbst genutzten Eigentumswohnung, eines eigenen Hauses, als auch einer Mietwohnung (R 21.2 Abs. 1 EStR). Wenn sie nicht besteuern, dürfen Sie aber auch keine in diesem Kontext anfallenden Kosten in der Steuererklärung berücksichtigen.

Geht es um eine dauerhafte Vermietung, liegt die Steuerfreigrenze bei 410,00 Euro/Jahr. Ein Betrag bis 820,00 Euro wird ermäßigt besteuert. Hier ist zu beachten, dass diese Beträge Freigrenzen und nicht Freibeträge sind. Dies bedeutet, dass falls Ihr Gewinn diese Freigrenze auch nur um einen einzelnen Euro, ist der gesamte Betrag normal zu versteuern.
Für detaillierte Informationen, wie Sie richtig versteuern und Steuerhinterziehung in diesem Kontext vermeiden, schauen Sie sich hier bei der Seite Deutschesmietrecht.de weiter um.

Ebenfalls zu beachten ist, dass es sich bei den Beträgen um Überschüsse handelt, die sich aus der Untervermietung eventuell ergeben und nicht um bloße Einnahmen. Hierzu muss in der Steuererklärung eine Einnahmen-Ausgaben-Berechnung dargelegt werden. Anschauliche Beispiele, die sich mit genau diesen Berechnungen beschäftigen und weitere nützliche Tipps finden Sie hier bei Mietrecht.org.

 

 

Quellen & externe Links

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